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← Blog · Wärmepumpe · aktualisiert 2.5.2026

Heizlast für Wärmepumpe berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026

Wie groß muss die Wärmepumpe sein? In 4 Schritten zur Heizlast — mit konkreten Beispielen aus dem Weser-Ems-Gebiet.

von Lisa · 6 min Lesezeit

Direkt-Antwort

Die Heizlast ist die Wärmemenge, die Dein Haus an einem -10°C-Wintertag braucht. Du berechnest sie aus letztem Heizverbrauch geteilt durch 2.100 Heizgrad-Tagstunden (Norddeutschland). Ein typisches 80er-Jahre-Haus mit 150 m² hat 8-12 kW.

Was ist die Heizlast genau?

Die Heizlast (auch Norm-Heizlast nach DIN EN 12831) ist die maximale Wärmeleistung in kW, die Dein Haus an einem normativ kalten Wintertag braucht — in Norddeutschland mit -10°C als Auslegungstemperatur. Diese Zahl bestimmt, welche Wärmepumpen-Größe Du brauchst.

📊 Fakt: Eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe taktet zu oft → schlechtere Effizienz und kürzere Lebensdauer.

Methode 1: Heizlast nach Verbrauch

Nimm Deinen Heizverbrauch der letzten 12 Monate (kWh, m³ oder L), multipliziere bei m³/L mit ~10 (Brennwert), teile durch 2.100 Heizgrad-Tagstunden für die Klimazone Weser-Ems. Beispiel: 22.000 kWh / 2.100 = ~10,5 kW Heizlast.

📊 Fakt: Die 2.100 Heizgrad-Tagstunden gelten für Oldenburg/Bremen — in Bayern sind es ca. 1.900 (mehr Sonne).

Methode 2: Heizlast nach Gebäudehülle

Hier wird für jede Bauteilfläche (Wand, Dach, Fenster, Boden) der U-Wert × Fläche × Temperaturdelta multipliziert, dazu kommen Lüftungsverluste und Wärmebrücken (10%). Diese Methode braucht Baujahr, Wand-Material, Fenster-Typ als Input.

Warum beide Methoden vergleichen?

Beide Werte sollten ähnlich sein (max. 15% Abweichung). Wenn der Verbrauch deutlich niedriger ist, heizt jemand evtl. unterkühlt oder bestimmte Räume nicht. Wenn der Verbrauch deutlich höher ist, gibt es ungeplante Wärmebrücken oder Lüftungsverluste.

Praxis-Werte im Weser-Ems-Gebiet

Typische Richtwerte: gut gedämmtes EFH (Bj 2000+) liegt bei 4-7 kW, 80er-Jahre-Häuser mit normaler Sanierung bei 8-12 kW, vor 1970 unsanierte Häuser bei 15-18 kW. MFH mit 3-6 WE liegen je nach Zustand zwischen 18-35 kW.

Häufig gefragt

Warum ist die DIN-Heizlast oft höher als der reale Bedarf? ▼

Die DIN rechnet mit -10°C als kältestem Winter-Tag. Real wird Dein Haus diesen Wert nur wenige Tage pro Jahr brauchen. Trotzdem muss die WP für diesen Extremfall ausgelegt sein — sonst bist Du an den 5 kältesten Tagen kalt.

Kann ich die Heizlast selbst berechnen oder brauche ich einen Energieberater? ▼

Für eine erste Schätzung hilft Dir diese Anleitung. Wir rechnen die Heizlast vor dem Angebot für jeden Raum einzeln aus. Für die finale Auslegung muss ein Profi vor Ort schauen, weil Wärmebrücken, Heizflächen und Lüftung stark variieren.

Was ist mit Warmwasser? ▼

Die Heizlast bezieht sich auf Raumheizung. Für Warmwasser kommen je Person ca. 0,3 kW dazu — also für 4 Personen +1,2 kW. Die WP muss beides können (in der Regel macht das die Hardware automatisch über Vorrang-Schaltung).

Konkrete Frage zu Deinem Haus?

Du willst nicht alles selbst durchrechnen? Wir rechnen für Dein Haus aus, wie viel Wärme jeder Raum braucht. Wähle Deine Hausgröße und fordere Dein Angebot an.

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