Heizlast für Wärmepumpe berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung 2026
Wie groß muss die Wärmepumpe sein? In 4 Schritten zur Heizlast — mit konkreten Beispielen aus 514 Anlagen im Weser-Ems-Gebiet.
Direkt-Antwort
Die Heizlast ist die Wärmemenge, die Dein Haus an einem -10°C-Wintertag braucht. Du berechnest sie aus letztem Heizverbrauch geteilt durch 2.100 Heizgrad-Tagstunden (Norddeutschland). Ein typisches 80er-Jahre-Haus mit 150 m² hat 8-12 kW.
Was ist die Heizlast genau?
Die Heizlast (auch Norm-Heizlast nach DIN EN 12831) ist die maximale Wärmeleistung in kW, die Dein Haus an einem normativ kalten Wintertag braucht — in Norddeutschland mit -10°C als Auslegungstemperatur. Diese Zahl bestimmt, welche Wärmepumpen-Größe Du brauchst.
📊 Fakt: Eine zu groß ausgelegte Wärmepumpe taktet zu oft → schlechtere Effizienz und kürzere Lebensdauer.
Methode 1: Heizlast nach Verbrauch
Nimm Deinen Heizverbrauch der letzten 12 Monate (kWh, m³ oder L), multipliziere bei m³/L mit ~10 (Brennwert), teile durch 2.100 Heizgrad-Tagstunden für die Klimazone Weser-Ems. Beispiel: 22.000 kWh / 2.100 = ~10,5 kW Heizlast.
📊 Fakt: Die 2.100 Heizgrad-Tagstunden gelten für Oldenburg/Bremen — in Bayern sind es ca. 1.900 (mehr Sonne).
Methode 2: Heizlast nach Gebäudehülle
Hier wird für jede Bauteilfläche (Wand, Dach, Fenster, Boden) der U-Wert × Fläche × Temperaturdelta multipliziert, dazu kommen Lüftungsverluste und Wärmebrücken (10%). Diese Methode braucht Baujahr, Wand-Material, Fenster-Typ als Input.
Warum beide Methoden vergleichen?
Beide Werte sollten ähnlich sein (max. 15% Abweichung). Wenn der Verbrauch deutlich niedriger ist, heizt jemand evtl. unterkühlt oder bestimmte Räume nicht. Wenn der Verbrauch deutlich höher ist, gibt es ungeplante Wärmebrücken oder Lüftungsverluste.
📊 Fakt: Bei unseren 514 Anlagen lag die Abweichung im Schnitt bei 9% — gut kalibriert mit Reonic-Engine.
Praxis-Werte aus 514 Anlagen Weser-Ems
Wir haben 514 verbaute Anlagen ausgewertet: gut gedämmtes EFH (Bj 2000+) liegt bei 4-7 kW, 80er-Jahre-Häuser mit normaler Sanierung bei 8-12 kW, vor 1970 unsanierte Häuser bei 15-18 kW. MFH mit 3-6 WE liegen je nach Zustand zwischen 18-35 kW.
Häufig gefragt
Warum ist die DIN-Heizlast oft höher als der reale Bedarf? ▼
Die DIN rechnet mit -10°C als kältestem Winter-Tag. Real wird Dein Haus diesen Wert nur wenige Tage pro Jahr brauchen. Trotzdem muss die WP für diesen Extremfall ausgelegt sein — sonst bist Du an den 5 kältesten Tagen kalt.
Kann ich die Heizlast selbst berechnen oder brauche ich einen Energieberater? ▼
Für eine erste Schätzung reicht unser Heizlast-Rechner — er nutzt dieselbe Reonic-Engine wie professionelle WP-Planer. Für die finale Auslegung muss ein Profi vor Ort schauen, weil Wärmebrücken, Heizflächen und Lüftung stark variieren.
Was ist mit Warmwasser? ▼
Die Heizlast bezieht sich auf Raumheizung. Für Warmwasser kommen je Person ca. 0,3 kW dazu — also für 4 Personen +1,2 kW. Die WP muss beides können (in der Regel macht das die Hardware automatisch über Vorrang-Schaltung).
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Heizlast in 2 Min berechnen