GEG-Reform Juli 2026: Jetzt noch Gas oder doch Wärmepumpe?
Die 65-%-EE-Pflicht fällt zum 1. Juli 2026. Ab 2029 greift die Biotreppe. Wir rechnen vor, warum Wärmepumpen trotzdem die wirtschaftlichste Wahl bleiben.
Direkt-Antwort
Mit der GEG-Reform zum 1. Juli 2026 entfällt die 65-Prozent-EE-Pflicht und Gasheizungen sind wieder ohne Mindestanteil erlaubt. Ab 2029 greift jedoch die Biotreppe mit mindestens 10 bis 15 Prozent Biomethan-Beimischung, steigend auf 60 Prozent bis 2040. Mit weiterhin bis zu 70 Prozent Förderung bleibt die Wärmepumpe über 15 Jahre Lebensdauer die wirtschaftlichste Wahl.
Was sich am 1. Juli 2026 ändert
Die 65-%-EE-Pflicht (§§ 71/72 GEG) entfällt — neue Gas- und Ölheizungen sind wieder ohne Mindestanteil erneuerbarer Energie erlaubt. Klingt erst mal nach Entwarnung. Ist es aber nicht — ab 2029 greift die Biotreppe.
Die Biotreppe — der teure Pferdefuß
Ab 2029: Mindestens 10-15 % Biomethan-Beimischung verpflichtend. Bis 2040 steigt der Anteil auf 60 %. Bedeutet: Gas wird 2029 schlagartig 8-15 % teurer. 2035 schon 30 %. Plus: CO2-Preis steigt parallel von aktuell 50 €/t auf prognostizierte 200 €/t bis 2030.
📊 Fakt: BDH/ZVSHK-Berechnung 2026 (zvshk.de): Gas-Bestandsheizung wird über 15 Jahre 30-45 % teurer als heute.
Lokaler Status: kommunale Wärmeplanung Norddeutschland
Oldenburg: Wärmeplan H1 2026 zur Beschlussfassung. Wilhelmshaven: Ende 2026. Aurich: in Bearbeitung. Was das bedeutet: In manchen Stadtteilen wird ab 2030 Fernwärme verlegt — dann ist die Wärmepumpe die einzige Alternative für Häuser außerhalb des Anschlussgebiets.
Förderung 2026 unverändert hoch
KfW-458-Heizungsförderung: bis 70 %, max. 21.000 € Zuschuss. Klimageschwindigkeitsbonus +20 % läuft Ende 2027 aus — das sind 4-6.000 € weniger danach. Stadt Oldenburg legt zusätzlich bis 7.500 € drauf (kumulierbar). Wir holen alle Förderungen für Dich raus.
Neue Lärmschutz-Anforderung Januar 2026
WP-Außengeräte müssen 10 dB unter EU-Grenzwert liegen. Trotzdem reicht ein Datenblatt allein nicht aus: Aufstellort, Abstand und Nachbarsituation entscheiden mit. Bei engen Grundstücken sprechen wir das offen im Termin an.
Wirtschaftlichkeitsrechnung 2026-2040
Beispiel-EFH 150 m², 18.000 kWh Heizbedarf. Gas (mit Biotreppe + CO2-Preis): 35-50.000 € Heizkosten über 15 Jahre. Wärmepumpe + PV: 18-25.000 €. Differenz: 17-25.000 € Mehrkosten Gas — und das, obwohl die WP 14.000 € mehr Kaufpreis hat.
Häufig gefragt
Soll ich jetzt schnell noch eine Gasheizung kaufen? ▼
Eher nicht. Die Anschaffung ist 2026 günstig, aber Heizkosten + CO2-Preis werden über 15 Jahre den Vorteil zerfressen. Plus: Förderung von 70 % für WP entfällt.
Was passiert mit meiner alten Gasheizung? ▼
Bestand bleibt bis Lebensende erlaubt. Erst beim Tausch (oder spätestens 2045) muss EE-konform gewechselt werden. Wir empfehlen Tausch wenn die Heizung über 15 Jahre alt ist.
Wie wirkt sich die kommunale Wärmeplanung auf mich aus? ▼
Hängt vom Stadtteil ab. Oldenburg legt H1 2026 vor — bis dahin wissen wir, welche Gebiete Fernwärme bekommen. Wir prüfen das individuell für Dein Haus.
Was kostet der Klimageschwindigkeitsbonus jetzt noch? ▼
+20 % obendrauf, max. ca. 6.000 €. Läuft 31.12.2027 aus. Wer 2026 oder 2027 entscheidet, sichert sich den vollen Zuschuss. Ab 2028: 5 % weniger Förderung.
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